Nikolaibote

 
 
 

Zwei Idealisten wollten aus einem bloßen Gaststättenbetrieb in einem traditionsreichen und kulturbehafteten Hause mehr machen, und so kam es, daß Falk Johne und Alexander Knofe sich überlegten, mit Übernahme des Gasthauses auch eine Zeitung herauszugeben.

Seit November 2006 erscheint mindestens zehn mal im Jahr der Nikolaibote – das kostenlose Blatt des Gasthauses „Alte Nikolaischule“. Bewußt nannten wir den Nikolaiboten „Einkommende Zeitungen“, um auf ein Stück Pressegeschichte zu verweisen, auf das man als Leipziger durchaus stolz sein kann.


Die  ersten Einkommenden Zeitungen erschienen nämlich ab 1. Juli 1650 in Leipzig (!) als Nachfolger der Wöchentlichen Zeitung und gelten, da sie sechs Mal in der Woche erschienen, als erste Tageszeitung der Welt.

Der Leipziger Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch (1614–1678) druckte und vertrieb bereits seit 1643 in Leipzig eine Wöchentliche Zeitung, die vier Mal in der Woche erschien. Ab 1650 ließ er sein Blatt sechs Mal in der Woche erscheinen und benannte es Einkommende Zeitungen, wobei „Zeitungen“ im damaligen Sprachgebrauch „Nachrichten“ entsprach. Jede Ausgabe hatte vier Seiten im Format von zirka 13,5 mal 17 cm. Die damalige Auflage dürfte nicht mehr als 200 Exemplare betragen haben. Gesetzt waren die Einkommenden Zeitungen in Metall-Lettern, gedruckt wurden sie von Hand auf einer hölzernen Druckerpresse.

(Quelle: www.wikipedia.de)


Anfangs tat man sich schwer mit den Fragen „Womit füllen?“, „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ und „Wer macht‘s?“. In den folgenden Monaten entwickelten sich Inhalt und Aussehen. Seit Arbeitsbeginn der neuen Redaktion kam frischer Wind ins Blatt und man verab-schiedete sich vom alten Konzept, das nur schwer umsetzbar war.

Nun ziehen sich durch die neuen Boten Kategorien wie Wandertag, Deutschstunde und manch anderer Fachunterricht, mit Humor und journalistischer Genauigkeit stellen wir Aktuelles, Historisches, Kurio-ses und Ernsthaftes vor, jeden Monat immer wieder neu gemischt.


Anfang 2008 wurde der Druck des Boten im Halbrheinischen Format (35 x 26 cm) und auf gutem klassischen Zeitungspapier eingestellt und durch das digitale Format hier im weltweit zugänglichen Netz ersetzt.

Um uns dem modernen Erscheinungsbild der bloßen Online-Zeitungen ein wenig zu widersetzen, wurde es bei einer bescheidenen Auflage von 300 Exemplaren zur Auslage und Mitnahme im Gasthaus belassen, die im DIN A4-Format erscheint und im Netz sofort nach Fertigstellung zum Herunterladen verfügbar ist.

Trotz aller Erneuerungen sind wir beim alten Erscheinungsbild geblie-ben, mit Frakturschriften (die es seit Anfang des 16. Jahrhunderts gibt und nicht erst, wie mancher Leser meint und Anstoß daran nimmt, seit 1933) und einem klassischen Satz.

 

Leider ist „Zeitungmachen“ heute kaum noch Handarbeit, der gute alte Setzkasten weicht den Vor- und Nach-zügen der modernen Technik.

Wir als Nostalgiker versu-chen dennoch, unser Heft trotz aktueller Themen so historisch wie nur irgendwie möglich zu gestalten, nicht allein aus diesem Grund ver-zichten wir auf farbigen Druck und den Einsatz neuer deutscher Rechtschreibregeln.  Wir hoffen, wir sehen dabei nicht alt aus…

Der »Nikolaibote«